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Zahnarzt Dr. Gerner

Zahnerhalt und Zahnersatz, mikroskopische Wurzelbehandlungen

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Vermischtes

12-Uhr-Position

26.06.07 by Wolfgang Gerner

Samstag-morgens ist die Welt noch in Ordnung: Der IC verlässt Stuttgart´s Hauptbahnhof annähernd pünklich und der Wiesbadener Taxifahrer ist trotz der kurzen Fahrstrecke vom Bahnhof bis zur Praxis höflich und zurückhaltend. Kollege Wolf Neddermayer (Bild) öffnet die Tür, zwei kluge blaue Augen blitzen mich freudestrahlend an. N. ist Experte in Sachen „12-Uhr-Position“ eine Behandlungsweise bei der der Rücken des Zahnarztes so schonend wie möglich belastet wird, Anlass meines Besuchs ist ein praktischer Arbeitskurs unter seiner Anleitung. Das Kontrastprogramm zu der von einem Amerikaner namens Deryl Beach entwickelten Arbeitshaltung ist das vielerorts gepflegte behandeln aus der 9-Uhr-Position heraus, Vertreter dieser Technik sind der legendäre Fritz Schön sowie, aus jüngerer Zeit Richard Hilger. Ruheständler Neddermeyer beginnt mit einem kurzen Rundgang durch seine ehemalige Praxis. Fremde Praxen anschauen ist, zurückhaltend ausgedrückt, ein recht interessanter Zeitvertreib. Im Hinterkopf läuft ein permanenter Abgleich mit der eigenen Werkstatt. Ob das Schild „Mittagspause von 12 –13 Uhr“ auch für unsere Eingangstür sinnvoll wäre? Lila lackierte Stahlrohrstühle aus dem Möbelmitnahmemarkt statt den ewigen Arne-Jacobsen? Oder vielleicht ein paar von diesen Stofforchideen auf die Rezeption die auch beim Thailänder auf der Toilette stehen? Jedenfalls gäb´s dann keinen Stress mehr mit dem fehlenden Wasser im der Blumenvase… In der Zwischenzeit ist der zweite Kursteilnehmer, Kollege T. eingetroffen, einer derart überschaubaren Gruppe durfte ich bis dato noch nicht angehören. T. ist Zahnarzt wie es im Buche steht. Armani auf der Nase, dunkel und ausdrucksstark, ein auffallender Sigelring am Finger und die obligatorische Rolex am Handgelenk. Neddermeyer beginnt mit seinen Ausführungen über die propriozeptive Sensibilität und schwerkraftkongruente und –nichtkongruente Bewegungsmuster. Mit der Erfahrung zahlreicher Kurse versehen wirkt N. sehr routiniert und sicher ohne altklug zu nerven. Die Atmosphäre ist recht angenehm, gleichwohl es Kollege T. nicht gelingt, die in unregelmäßigen Abständen auftretenden Anzeichen seiner Langeweile zu verbergen. Mittlerweile ist es fast 12 Uhr 30, ich frage vorsichtig nach den weiteren Plänen im allgemeinen und dem Mittagessen im besonderen. Kursteilnehmer T. drängt es ebenfalls zu Tisch und so finden wir uns bald in einer Suppenküche wieder – es gibt Kartoffelsuppe mit Wurst für alle. Ob das reichen wird? Auf dem Weg zurück besorge ich mir zur Sicherheit noch ein Stückchen Kuchen, T. gibt einer Zigarette den Vorzug. Nachmittags wird fleißig am Phantomkopf geübt, N. bleibt engangiert und verbindlich. Da mein Kollege T. einige Aspekte der 12-Uhr-Technik mit Sicherheit nicht in seinen Praxisalltag aufnehmen wird, gehen die praktischen Übungen weitgehend an mich und gut gelaunt präpariere ich bis zum Kursende um 15 Uhr 15 an Phantoms Kunststoffzähnen während N. die Helferin gibt.

Fazit: Ein interessanter Kurs zu einem Thema, dem sich jeder Zahnarzt in irgendeiner Form stellen sollte. Aufgrund der Teilnehmerzahl sehr intensive Betreuung, die der Bedeutung des Stoffes sehr entgegen kommt. N. bereitet die Kursinhalte sehr anschaulich auf, die praktischen Übungen waren ausreichend. Location sehr speziell, Verpflegung gewöhnungsbedürftig.

Kategorie: Vermischtes

Kofferdam und Röntgen

10.06.07 by Wolfgang Gerner

Kofferdam und Röntgen sind keine guten Freunde. Im Gegenteil: Mit angelegtem Kofferdam ist die Röntgendiagnostik oft recht mühselig. Im Frontzahngebiet sind Ausnahmen möglich. Ein oberer 2er, isoliert mittels einer Klammer 212 läßt sich gut mit einem normalen Rechtwinkelfrontzahnhalter knipsen. Watterolle als Aufbiß für die Gegenbezahnung dazwischen, fertig. Übrigens scheint Kofferdam in manchen Fällen eine ausgesprochen beruhigende Wirkung zu haben. So mußte im abgebildeten Fall die Patientin fürs Bild geweckt werden….

Kategorie: Vermischtes

Oral B Pulsar

02.06.07 by Wolfgang Gerner

Diese Woche in unserem Praxis-Briefkasten: eine neue Zahnbürste von Oral B mit dem kraftvollen Namen Pulsar. Hier empfielt sich zunächst ein Blick in den Duden 5 „Fremdwörterbuch“: Ein Pulsar ist eine „kosmische Strahlungsquelle mit Strahlungspulsen von höchster periodischer Konstanz“. Dacht ichs mir doch.

Jedenfalls verbirgt sich hinter diesem Namen eine „schwingend-pulsierende“ Handzahnbürste mit einer Einweg-Batterie, also nicht wiederaufladbar. Das vibrierende Borsten gut Zahnbelag lösen beweisen die verschiedenen Schallzahnbürsten, die unter den erweiterten Begriff elektrische Mundpflegegeräte fallen. Im Einweg-Sektor gab es nach meinem Kentnisstand bislang nur rotierende Geräte, die im wesentlichen gleich gestaltet sind wie die Akku-Geräte aber eben deutlich billiger zu kaufen sind. Somit ist der „Neu“-Hinweis auf der Pulsar-Packung durchaus gerechtfertigt.

Im ersten Test scheint die Pulsar das Zeug zu haben, den an für sich langweiligen Vorgang des Zähneputzens gehörig aufzufrischen. Sie ist kaum schwerer als eine einfache Zahnbürste und liegt gut in der Hand. Trocken eingeschaltet vibriert der Borstenkopf ganz erheblich, im Mund relativiert sich der Effekt freilich je nach Anpressdruck. Sanft über die Zähne geschoben spürt sich die Neue gut und friedfertig an, das könnt was werden. In den kommenden Wochen wird die Pulsar vornehmlich in meinem Abendprogramm zum Einsatz kommen, die Batterie sollte nach Herstellerangaben für mindestens 3 Monate reichen. Damit dürfte eine intensive Erprobung möglich sein. Fortsetzung folgt.

Kategorie: Vermischtes

Gewußt wo

20.05.07 by Wolfgang Gerner

Wenn unsere Patienten vom „Zahn aufbohren“ reden, sprechen sie über eine Aufgabe die es in sich hat: die Trepanation (engl. access). Der sogenannte „straight line access“, also der möglichst geradlinige Zugang zum Wurzelkanalsystem entscheidet in einer nicht zu unterschätzenden Weise über den weiteren Verlauf der Behandlung und damit auch über Erfolg oder Misserfolg.

Deshalb heißt es auch „straight access is key to success“. Es reicht aber auch ein ordentliches „gewußt wo“. Für Backenzähnen gilt nach unserer Erfahrung möglichst weit mesial und möglicht weit buccal, also genau da, wo trepanieren (aufbohren) ungemütlich ist und größtmögliche Konzentration erfordert.

Kategorie: Fallbeispiele, Vermischtes

Fünfzig Fragen – VII

18.05.07 by Wolfgang Gerner

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In Stuttgart mag ich ganz besonders…die grünen Hügel.
Lieblingsobst? Ananas.
Vegetarier sein – kann man sich so was antun? Aber klar.
Die Zahnbürste meines Vertrauens? Sensodyne.
Gelegentlich den gelben Sack missbraucht? Nein, natürlich nicht.

Babett Kreisel hat Sport studiert und gibt Kurse als Yogalehrerin ,unter anderm für die VHS Leinfelden-Echterdingen. Mittlerweile sind einige Übungsabende ins Land gezogen und Babett schafft es mühelos, weder Langeweile noch Vorhersehbarkeit einreissen zu lassen. Stattdessen ist jede Yogastunde eine Wohltat für Geist und Rücken.

Kategorie: Vermischtes

Entscheidungsfindung III

05.05.07 by Wolfgang Gerner

In der Behandlungsplanung gehören die Entscheidungen über Erhalt oder Entfernung eines Zahnes zu den schwierigsten. Im dargestellten Fall traten Schmerzen am wurzelbehandelten und überkronten Zahn auf. Eine Revision der Wurzelkanalbehandlung wäre sicher nur unter Entfernung des Stiftes möglich gewesen, dazu ist die Abnahme der Krone erforderlich. Ausgehend von einem hohen Zerstörungsgrad der Zahnkrone stellt sich die Frage nach der langfristigen Prognose des Zahnes. Diese ist nach unserem Dafürhalten schlechter als die Versorgung der Lücke mit einem Implantat. Kostenseitig sind sich beide Behandlung ebenbürtig: es handelt sich um Behandlungsformen, die die gesetzlichen KVen nicht übernehmen. In unserem Fall entschied sich die Patientin fürs Implantat. Die Vorgehensweise:

Zunächst wird der Zahn möglichst schonend entfernt, nach rund acht Wochen Wartezeit wird das Implantat eingesetzt. Die weitere Versorgung des „Dübels“ erfolgt frühestens nach drei Monaten, Fortsetzung folgt.

Kategorie: Fallbeispiele, Vermischtes

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