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Zahnarzt Dr. Gerner

Zahnerhalt und Zahnersatz, mikroskopische Wurzelbehandlungen

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Wolfgang Gerner

Leben mit Carl II

27.09.09 by Wolfgang Gerner

Demnächst ist Mittagspause und Pizza essen im Da Vinci mit der kleineren Urlaubsmannschaft. Noch rasch Frau X verabschieden und los. Ein Blick ins Wartezimer, neben Patientin X, einer älteren Dame, sitzt dort eine weitere Person mit der ich nicht gerechnet habe. Haben wir jemanden vergessen? Nein, werde ich von Anne aufgeklärt, es handle sich um die Schwiegertochter der Patientin, die hätte die Taxifahrerin gegeben. Schön.

Mit dem Röntgenbild in der Hand gehe ich ins Wartezimmer, bespreche mit der Patientin den Befund und will mich gerade verabschieden, als die Begleiterin sich an mich wendet. Ob ich auch nach Ihrem Zahnproblem schauen könnte, sie hätte Schmerzen seit vielen Jahren. Könne sie einen Termin bekommen? Gerne antworte ich, sie können aber auch gleich drankommen. Einerseits sehe ich zwar schon die Pizza vor meinem Auge vorbeifliegen, andererseits bin ich neugierig, da war was. Sie würde aber gerne auch nochmals kommen, insistiert die Begleiterin, das sei kein Problem. Patientin X klinkt sich ein, bleib doch da, dann müsse man auch nicht extra herfahren. Mitunter herrlich pragmatisch, diese älteren Leute.

Die „neue“ Patientin berichtet über Schmerzen seit vielen Jahren auf der linken Seite, der letzte Behandlungsversuch sei von ihr erst unlängst abgebrochen worden, ein Zahn wäre mit Zement versorgt worden. Röntgenbild und Vitalitätsprobe sind unauffällig, dafür ist der Funktionsbefund spektakulär. Kein Muskel der nicht mindestens druckdolent ist, teilweise weicht die Patient schon bei der bloßen Berührung aus. Ob sie eine Schiene getragen hätte? Ja, antwortet sie und sie wisse auch um das Knirschen und Pressen, es ginge schon seit ewigen Zeiten so. Ich fasse meine Untersuchung zusammen und referiere noch über das Wesen der Cranio-manibulären Dysfunktion. Ob sie gerade mehr knirscht als sonst, ob sich etwas verändert hätte, in der Firma, in der Familie? Sie antwortet leise, mit dünner Stimme. Schleichend, kaum merklich vollzieht sich während unseres Gesprächs ein Wandel: an die Stelle der resoluten Patientin, energisch und bisweilen fordernd auftretend, tritt immer mehr die besorgte Mutter, ratlos und unendlich traurig. Ein Problem in der Familie und die Lösung in weiter Ferne. Und während die Behandlungen ohne Erfolg seinen würde sich derjenige immer mehr zurückziehen, die Hilfe ablehnen …. sich stumm zur Wehr setzen.

Unser Gespräch endet nach knapp 45 Minuten. Und geht mir in den kommenden Stunden nicht mehr aus dem Kopf. Freue mich über die vermeintliche Lösung des Zahnproblems, denke an die unendlichen Möglichkeiten der personzentrierten Beratung. Am Abend Supervision mit der Gattin. Was tun? Ein weiteres Gespräch anbieten? Am nächsten Tag fasse ich mir ein Herz und rufe die Patientin an. Ich biete ihr eine Fortsetzung des Gesprächs im Rahmen einer Beratung an. Zunächst ist sie überrascht, dann neugierig, schließlich interessiert. Sie müsse jedoch erst die Stundenpläne der Kinder abwarten, schließt sie ab, und will sich dann telefonisch melden. Dabei bleibt es. Rogers hat hierzu folgendes formuliert: Um sich weiterzuentwickeln, Neues zu erproben zu können, „setzt der entfaltende Aspekt der Aktualisierungstendenz die ausreichende Gewährleistung des erhaltenden Aspekts voraus“ oder kurz: erst die Termine, dann das Vergnügen.

Leben mit Carl.

Kategorie: Personzentriert Stichworte: Personzentriert

Symetrieregel

19.09.09 by Wolfgang Gerner

Untere Frontzähne verfügen über einen längsovalen bis nierenförmigen Querschnitt. Zumindest im Bereich der Schmelz-Zement-Grenze. Zur Wurzelspitze hin verändert sich die Form der Wurzel immer mehr in Richtung eines runden Querschnitts. Gemäß der Symetrieregel folgt die Form des Wurzelkanals mehr oder weniger exakt der äußeren Form der Wurzel. Somit liegt entweder ein zentraler Kanal mit ovalem Querschnitt vor oder jeweils ein Kanal buccal und einer lingual, die über einen schmalen Isthmus miteinander verbunden sind. Im vorliegenden Fall war letztere Konfiguration angelegt, gut dargestellt in der exzentrischen Aufnahme (rechtes Bild), direkt von vorne geschossen (linkes Bild), kommt diese Eigenschaft röntgenologisch nicht zum Ausdruck.

Kategorie: Vermischtes

Honigum

15.09.09 by Wolfgang Gerner


Abformen bleibt auch mit modernen Materialien eine Herausforderung. Trotz vollmundiger Versprechungen der Hersteller bezüglich der sagenhaften Anfließfähigkeit, des vernachlässigbaren Reißverhaltens und vielen weiteren unverzichtbaren Eigenschaften ist ein komplett nasen- und fahnenfreier Abdruck nicht ohne weiteres erzielbar. Klasse wärs, wenn die Abformerei nicht die Bedeutung eines Hochamtes beanspruchen würde und stattdessen einigermaßen entspannt ablaufen könnte. Und letztendlich zu Abdrücken führt, die frei sind von Fahnen oder Nasen und Blasen oder abgerissenem Silikon. Seit einigen Abdrücken verblase ich das Silikon zunächst mit dem Luftbläser, bevor ich weiteres Material nachlege um schließlich den Löffel einzubringen. Das ist zwar ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der die Abformung insgesamt nicht vereinfacht – die ersten Ergebnisse sind aber hoffnungsvoll und werden sich in weitern Abformungen hoffentlich bestätigen.

Kategorie: Vermischtes

Katze Minka

31.08.09 by Wolfgang Gerner

Nach Ortasee dann Riviera – 30 Grad plus und das komplette Programm mit Strand, Wellen und Ombrellone. Donnerstag. Wir hatten drei Nächte gebucht und verhandeln gerade die Modalitäten der Heimfahrt über Alba und eine den Urlaub abschließende, zweitägige Wanderung entweder in den Bergen (ich) oder im Schwarzwald (die Gattin). Am Abend dann ein Anruf von unseren Pensionsgästen und Beherrschern des wilden Tieres. Die Katze hätte sich noch am Mittwoch pünktlich zu den Mahlzeiten eingefunden und sei auch ansonst sehr anhänglich und pflegeleicht. Am heutigen Donnerstag leider Fehlanzeige – es sei keine Katze mehr zu sehen gewesen. An der Riviera mach sich Nervosität breit. Wenn das wilde Tier in irgendeiner Form zuverlässig ist, dann in der Einnahme der Mahlzeiten. Die Fütterungen gegen 8 und um ca. 18 Uhr sind Pflichtprogramm, der Rest unterliegt gewissen, nicht nachvollziehbaren Katzenlaunen. Freitag. Vormittags dann ab ins Piemont. Wir versuchen uns gegenseitig die Situation schönzureden. Klar kommt die Katze heute wieder nach Hause, wieso nicht. Einer von uns fährt, der andere starrt auf das Mobiltelefon. Kein Anruf, keine sms, keine Katze. Nachmittags in Alba kehrt Zuversicht ein. Heute abend kommt mit Sicherheit die sms, dann wird alles gut. Noch etwas wandern wo auch immer, am Montag wieder in Stuttgart, ab Donnerstag arbeiten – die Welt ist dein Freund. Wir entscheiden uns für einen Zwischenstopp am Ortasee, Freitag-nachmittag noch etwas baden und abends eine Pizza in Pettenasco. Dann kommt bestimmt die alles-ok-sms und alles wird gut. Aber keine Katzen-sms weit und breit. Wir rufen an. Unsere Katzenaufpasser sind am Boden. Verzweiflung. Wir beruhigen und sind selber deutlich angefressen. Samstag. Am Samstag-morgen die Gattin in Tränen. Ich habe die halbe Nacht wachgelegen und beschlossen, am Morgen direkt heimzufahren. Eine letzte Latte mit Brioche an der Grenze hinter Cannobio, ciao bella Italia! Nachmittags sind wir wieder in Stuttgart, unsere beiden Haus- und Katzenaufpasser sind am Ende. Und wir auch. Erste Gespräche mit den Nachbarn, Patroullien in der Umgebung, Auto ausladen. Keine Katze. Sonntag. Am Morgen Abreisszettel in der Umgebung aufhängen, nachmittags Handzettel ausdrucken und verteilen, mit den Nachbarn verhandeln. Keine Katze weit und breit. Abends koche ich eine Kleinigkeit, abwechselnd starren die Gattin und ich auf die Terrassentür. Weltuntergangsstimmung. Plötzlich zeigt die Gattin auf das Fenster in meinem Rücken, den Wahnsinn in den Augen: Die Katze ist zurück. Jubel, Tränen, sms an die Katzenaufpasser. Die letzten drei Urlaubstage werden der Genuss schlechthin: Lesen, sporteln. Katze.
Zweiter und abschliessender Teil des Sommer-Beitrags im zahnblog.

Kategorie: Vermischtes Stichworte: Katze

gita in bicicletta

30.08.09 by Wolfgang Gerner

Pünktlich nach der Landesgrenze beginnt das Radio zu rauschen, eine Sendersuche ist angezeigt. Das aktivieren der scan-Funktion bringt nacheinander die stärksten zu empfangenden Sender. Einer der ersten angebotenen ist R.Maria, derzeit wird ein Rosenkranz übertragen. Der Prediger führt mit einem kratzigen Ave O Maria, die Gläubigen antworten mit Prega per noi. Bienvenuti in Italia! Italien ist ein frommes Land. Kein noch so kleines Dorf ist ohne Kirche, in einigen davon lenken braune Wegweiser die Reisenden nach einem Santuario. Dahinter verbergen sich für gewöhnlich mehr oder minder ordentliche Wallfahrtskirchen, teilweise in spektakulärer Lage. Eine dieser Kostbarkeiten ist das Santuario Madonna del Sasso, knapp 500 Meter auf einem Felsen über dem Ortasse gelegen. Für den normal-Frommen ist Madonna del Sasso nicht unbedingt eine Pflichteinheit, für den normalen ciclisti hingegegen ist der knackige Anstieg von San Maurizo d´Opalio aus auf jeden Fall eine Fahrt wert. Mit dem Rad ist diese etwas längere Rampe eine gute Vorbereitung für das Brett auf der anderen Seite des Sees, den Mottarone. Dort liegen die Verhältnisse etwas anders. Zwischen Omegna am Ostende des Lago D´Orta und dem Mottarone darüber liegen ca. 1350 Höhenmeter und eine gerüttete Anzahl steiler Passagen. Ein anderes Kaliber als mancher stramme Pass in den Alpen. Die Auffahrt besser über den Umweg Stresa und Gignese (lausiger Asphalt), runter dann über Armeno und Ortasee (Asphalt sehr ordentlich). Erster Teil des Sommer-Beitrags im zahnblog.

Kategorie: Vermischtes Stichworte: Ausdauer

Paris

15.08.09 by Wolfgang Gerner

Seit einiger Zeit verbindet TGV Stuttgart direkt mit Paris, genauer: die Metropole an der Seine ist in kurzen 3 Stunden 40 Minuten bequem zu erreichen. Die Gattin erfährts eine halbe Stunde vor Abfahrt, so bleibt weniger Zeit fürs packen und es gibt nachher weniger zu schleppen. Unmittelbar neben dem Gare de l´Est sind diverse Hotels verfügbar, wir buchen eine Nacht im all seasons. Ein Etagenhotel wie sich herausstellt, klein, farbenfroh und sauber. Am nächsten Morgen Spaziergang zum Centre Pompidou, weiter an die Seine und direkt aufs Boot eingegrätscht, es gibt keine angenehmere Art und Weise den Tag zu vertrödeln als von einem Fluß aus ans Ufer zu schauen. Einen Blick auf dem Eifelturm, das Boot kehrt um, wir steigen gegenüber Notre Dame aus. Der Mittagshunger meldet sich. Im nächst gelegenen Restaurant sitzen 4 Gäste an zwei Tischen, wir besetzen einen weiteren und ordern Nudeln und Gazpacho. In Windeseile füllt sich die Terasse, an den aufgetragenen Speisen dürfte es freilich nicht liegen. Spaziergang zum Louvre, einen Blick auf die Pyramide und weiter ins Café. Viele Gruppen sind unterwegs, vorneweg der Leiter mit dem Schirm, hintendran meist Jugendliche oder Versehrte. Erstere kümmern sich wohl um wichtigers, letztere leiden unter der argen Hitze. Immerhin hat der Wetterbericht knapp 30 Grad für heute versprochen und er hält sein Wort. Wir gönnen uns zunächst Kaffee und Kuchen danach noch etwas kühles und machen uns dann auf in Richtung Bahnhof. Irgendwo zwischen Louvre und Gare de L´Est treffen wir auf einen Laden der einen Besuch fömlich erzwingt: E. Dehillerin, Le Specialiste du Materiel de Cuisine. Ein Geschäft wie ein Museum, in ungezählten Fächern und Regalen findet sich alles was Küchenmeisters Herz begehrt. Ein Schwerpunkt liegt auf Formen für Tarte und kleinen Kuchen, die Auswahl ist grandios. Weiter Richtung Bahnhof. Der Boulevard de Strasbourg, kurz vor dem Gare de L´Est ist wohl die beauty-Meile für die schwarzen Einwohner von Paris, kurz vor dem Abend wird in den ungezählten Friseurstuben geschnitten was die Scheren hergeben, auf dem Gehweg werden flyer verteilt und potentielle Kundinnen angesprochen. Der Ton ist laut aber friedlich, die Stimmung entspannt. Kurz vor halb 7 braust TGV wieder Richtung Stuttgart, um 11 gibts Futter für das wilde Tier. Unlängst war in der SZ zu lesen, das sich sich weniger die großen Ausgaben ins Gedächtnis einbrennen und mehr die köstlichen Erlebnisse. TGV nach Paris wird eines davon sein.

Kategorie: Vermischtes

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