
Sonntag-Morgen 9 Uhr 30 in der Landessportschule Hessen, Frankfurt, endlich geschafft. Eine knappe „Triathlon Schwimm-Training?“-Anfrage bringt die Dame am Empfang nicht aus der Ruhe. Raimond und ich vernehmen ein „Konferenzraum 3 im ersten Stock“ und traben rasch weiter, auf dem Weg zum triahtlon-szene-Schwimmseminar. Das Seminar ist mit 17 Teilnehmern offensichtlich wohl gut gebucht, auf den ersten Blick sind alle Stühle im Kursraum belegt. Unter den Anwesenden tragen viele Polar-Laufuhren, Laufschuhe und bequeme T-Shirts, auf dem Fensterbrett liegen ein Paar Rucksäcke mit Iroman-Logo, begehrte Insignien des Triathlonsports. Seminarleiter Holger Lüning (Bild) ist gerade dabei, die Feinheiten des Kraularmzuges zu beschreiben, wir starren derweil auf den Goldmedailliengewinner, der gerade auf der Leinwand seine Bahn zieht. Wenig später solls dann ins Schwimmbad zu den Video-Aufnahmen gehen, so mein Nebensitzer. Bald ist der erste Theorieblock soweit im Lack, schnell sind drei Gruppen eingeteilt und ab gehts ins Bad. Zunächst ist mir vor dem praktischen Teil nicht Bange, hat mein Freistil bislang für manierliche Zeiten im Wettkampf und die Anerkennung der Gattin gereicht, die allerdings vom Wesen her eher als wasserscheu zu bezeichnen ist. Hier in der Schwimmhalle sieht es dann doch etwas anders aus, das Gros der Teilnehmer zieht ordentlich den Bauch ein, es gibt Waschbretter zu betrachten und ordentliche Pakete im Oberarmbereich. Die Videoaufnahmen sind dann weniger aufregend, Holger Lüning filmt vom Boden des Beckens aus, während Co-Referent Thomas von oben filmt. Danach noch ein Paar praktische Übungen im warmen Wasser des Übungsbeckens, noch was zum Thema Trainingslehre und schließlich Mittagessen. Nach dem Futter sollen die einen Teilnehmer Trockenübungen kennenlernen, während die anderen zur Auswertung der Filme in den Kursraum einbiegen. Wechsel sei in 1,5 Stunden. Ralph nimmt uns mit in den Kraftraum und verteilt Therabänder und Seile. Gefühlte 50 Übungen und 2 Stunden später lehnt das Gros der Gruppe an den Trainingsgeräten, während Ralph fleißig weiter eine Übung nach der anderen abspult. Zurück im Kursraum gehts ans Auswerten der Schwimmerei, Holger nimmt sich viel Zeit um alle Teilnehmer mit input der feinsten Sorte zu versorgen, Thomas macht spezielle Übungen vor. Das hat natürlich seinen Preis, draussen ist ist es mittlerweile stockduster, der Nachmittag ist komplett aufgeraucht. Den zweiten praktischen Teil im Bad lassen wir aus, verabschieden uns freundlich von Holger und gehen auf die S-Bahn. Nicht vergessen: lecker Sushi im Frankfurter Hauptbahnhof.
Fazit: Empfehlenswertes Seminar mit hohem Praxisbezug. Engagierte Referenten die den Sport so gut kennen wie wenige. Bester Satz im Rahmen der Trainigslehre: „Man muss den Körper zu einer Anpassung zwingen“




