
Mit dem Verlust des Zahnes geht regelmäßig auch ein Teil des Weichgewebes stiften. Das ist im Seitenzahngebiet nicht sonderlich dramatisch, im einsehbaren Frontzahn-, oder Prämolarengebiet aber durchaus ein in der Behandlungsplanung zu berücksichtigender Umstand. Geht zuviel Gewebe verloren, werden die künstlichen Zähne meist zu lang – dem Gegenüber fällt auf daß das Zahnfleisch weiter oben ist, oder daß die Proportionen zwischen Länge und Breite nicht mehr stimmen. Oder er sagt ganz einfach, daß der neue Zahn nicht schön aussieht. In jedem Fall hat der Patient die Pechkarte gezogen. Im gezeigten Fall ist der erste kleine Backenzahn in der Mitte durchgebrochen (Bild links) und soll durch ein Implantat ersetzt werden. Wir haben die Technik der Sofortimplantation gewählt, bei der unmittelbar nach der Entfernung des Zahnes ein Implantat in das Zahnfach gesetzt wird. Um das Weichgewebe zu stützten, haben wir ein Schleimhauttransplanat aus dem Gaumen entnommen und in das Zahnfach eingenäht (Bild in der Mitte). Dieses augmentative Verfahren nennt sich socket preservation. Unser Patient ist von auswärts, greift 5 Tage nach der Behandlung zum Telefon um zu fragen ob der Zahnarzt um die Ecke die Fäden nicht auch entfernen könnte („gerne“) und ist nach 5 Wochen wieder in der Gegend. Eine Wurzelbehandlung unten links sei fällig, Notfallbehandlung im Urlaub. Wir wurzeln den Zahn unten links und knipsen die Situation oben rechts (Bild rechts). Schaut gut aus.