Dorothea Kunze ist Trainerin mit Herz und Verstand. Ruhig und konzentriert folgt sie dem Gespräch, manchmal mit geschlossenen Augen, den Kopf leicht gesenkt. Ihre feedbacks sind klar strukturiert und von milder Deutlichkeit, ihr scheint nichts zu entgehen, keine noch so kleine Veränderung der Stimmlage, keine noch so versteckte Botschaft des Klienten wie des Beraters. Immer wieder springt sie auf um die Aufstellungen auf den flip-charts zu ergänzen, greift nach einem Buch um eine wichtige Anmerkung zu zitieren. Nach einem Jahr Bedenkzeit habe ich mich entschlossen, eine berufsbegleitende Weiterbildung in personzentrierter Beratung/GwG zu beginnen. Der personzentrierte Ansatz geht auf den amerikanischen Psychologen Carl Rogers zurück. Ürsprünglich in der Gesprächspsychotherapie eingesetzt, wurde schon früh erkannt, das sich die Grundprinzipien dieser Idee auch auf verschiedenste andere Bereiche übertragen lassen wo Menschen miteinander kommunizieren. Im ersten Kursteil am vergangenen Wochenende standen die theoretischen Grundlagen des personcentred approch im Vordergrund. Ungewohnt das Sitzen im Kreis, wo bei Fortbildungen sonst powerpoint-Präsentationen in abgedunkelten Räumen den Kurzschlaf förmlich herbeirufen. Dazwischen praktische Übungen in konstruktiver, wohltuender Atmosphäre. In der Mittagspause ein kurzer Lauf über die sonnigen Felder. Der Kopf damit beschäftigt die vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten, unter den Sohlen knirscht der gefrorene Schnee.