„Hausnummer 400? Das ist Kopfklinik!“ Anerkennendes Kopfnicken unsererseits, der Mann weiss Bescheid. Taxifahrer Nr. 1 fährt einen flotten Reifen in Richtung Uniklinik Heidelberg, wenig später sind wir an Ort und Stelle. Unsere Fahrt nach Heidelberg gilt einem Vortrag von Prof. Shimon Friedman, dem Autor der Toronto-Studies, einer vielbeachteten Studie über die Erfolgswahrscheinlichkeiten von unterschiedlichen Wurzelbehandlungstechniken. Gleichwohl Friedman alles andere als ein no-name in der Endowelt ist: sein Vortrag ist fachlich betrachtet eher mager, netterweise geizt er aber nicht mit Humor wodurch die Sache recht kurzweilig gerät. In Anbetracht seiner Herkunft, Friedman ist Israeli, fühlt man sich rasch an Ephraim Kishon erinnert. Der freundliche Onkel von nebenan erzählt das Beste aus seinem Leben. Das sind im wesentlichen reizende Geschichten die von charmante Patientinnen mit Einfluß handeln, so z.B. die Behüterin der Badeanstalt im Jerusalem Hilton. Gegen 17 Uhr wird Friedman langsam nervös und er nimmt sich regelmäßig Zeit, die Zuhörerschaft an seinen Flug zu erinnnern, den er heute abend noch zu erreichen gedenkt. Eben nix wie weg aus Heidelberg. Nach einem Nachmittag im Hörsaal könnte etwas Sport nicht schaden und so haben wir vorsorglich die Badehosen eingepackt um vor der Rückfahrt noch einen 1500erter zu nehmen. Taxifahrer Nr. 2 bringt uns zum Hallenbad am Bismarckplatz, nach einer klitzekleinen Sucherei finden wir den Eingang zum Bad gut versteckt in einem Einkaufszentrum. Die Schlange vor der Kasse irritiert etwas, wir bitten eine Dame in rot um Auskunft. Wir verstehen „Vereinsschwimmen“, „nur für Mitglieder“, „kann ich nicht machen“. Kurz darauf dann der alles entscheidende Satz. „Das geht versicherungstechnisch nicht!“ Die Unbekannte läßt sich nicht erweichen und wir geben auf. War nix, wir dürfen nicht mit den Heidelberger DLRG-Mitgliedern eine Runde im Hallenbad drehen. Also raus aus dem Einkaufszentrum und rein ins nächste Taxi. Taxifahrer Nr. 3 empfielt das Schwimmbad bei der Uni, wir nicken und los gehts. Acht € später kommt uns die Umgebung recht bekannt vor: es geht an der Kopfklinik mit der Hausnummer 400 vorbei, Taxifahrer Nr. 3 drückt noch einmal sachte aufs Gas und wenig später haben wir ein astreines 50-Meter Becken fast ganz für uns alleine. Bellisimo. Nach 30 Bahnen lassen wir es gut sein, verkneifen uns Taxi Nr. 4 und nehmen stattdessen den Bus. Erreichen pünktlich die S-Bahn nach Bruchsal und hören nach dem zweiten Halt folgende Durchsage: „Wegen eines Schadens an der Oberleitung verzögert sich die Weiterfahrt des Zuges um 10 Minuten“. Klasse, der Anschluß-IC in Bruchsal hat natürliche keine Verspätung und wir fahren direkt weiter bis Karlsruhe. Das kleine Weizen in der Bahnhofspinte schmeckt ausgezeichnet, mit dem zweiten aus „IC-Bord-Bistro“ im Rücken endet langsam ein genüßlicher Fortbildungsnachmittag.