
Seit einiger Zeit verbindet TGV Stuttgart direkt mit Paris, genauer: die Metropole an der Seine ist in kurzen 3 Stunden 40 Minuten bequem zu erreichen. Die Gattin erfährts eine halbe Stunde vor Abfahrt, so bleibt weniger Zeit fürs packen und es gibt nachher weniger zu schleppen. Unmittelbar neben dem Gare de l´Est sind diverse Hotels verfügbar, wir buchen eine Nacht im all seasons. Ein Etagenhotel wie sich herausstellt, klein, farbenfroh und sauber. Am nächsten Morgen Spaziergang zum Centre Pompidou, weiter an die Seine und direkt aufs Boot eingegrätscht, es gibt keine angenehmere Art und Weise den Tag zu vertrödeln als von einem Fluß aus ans Ufer zu schauen. Einen Blick auf dem Eifelturm, das Boot kehrt um, wir steigen gegenüber Notre Dame aus. Der Mittagshunger meldet sich. Im nächst gelegenen Restaurant sitzen 4 Gäste an zwei Tischen, wir besetzen einen weiteren und ordern Nudeln und Gazpacho. In Windeseile füllt sich die Terasse, an den aufgetragenen Speisen dürfte es freilich nicht liegen. Spaziergang zum Louvre, einen Blick auf die Pyramide und weiter ins Café. Viele Gruppen sind unterwegs, vorneweg der Leiter mit dem Schirm, hintendran meist Jugendliche oder Versehrte. Erstere kümmern sich wohl um wichtigers, letztere leiden unter der argen Hitze. Immerhin hat der Wetterbericht knapp 30 Grad für heute versprochen und er hält sein Wort. Wir gönnen uns zunächst Kaffee und Kuchen danach noch etwas kühles und machen uns dann auf in Richtung Bahnhof. Irgendwo zwischen Louvre und Gare de L´Est treffen wir auf einen Laden der einen Besuch fömlich erzwingt: E. Dehillerin, Le Specialiste du Materiel de Cuisine. Ein Geschäft wie ein Museum, in ungezählten Fächern und Regalen findet sich alles was Küchenmeisters Herz begehrt. Ein Schwerpunkt liegt auf Formen für Tarte und kleinen Kuchen, die Auswahl ist grandios. Weiter Richtung Bahnhof. Der Boulevard de Strasbourg, kurz vor dem Gare de L´Est ist wohl die beauty-Meile für die schwarzen Einwohner von Paris, kurz vor dem Abend wird in den ungezählten Friseurstuben geschnitten was die Scheren hergeben, auf dem Gehweg werden flyer verteilt und potentielle Kundinnen angesprochen. Der Ton ist laut aber friedlich, die Stimmung entspannt. Kurz vor halb 7 braust TGV wieder Richtung Stuttgart, um 11 gibts Futter für das wilde Tier. Unlängst war in der SZ zu lesen, das sich sich weniger die großen Ausgaben ins Gedächtnis einbrennen und mehr die köstlichen Erlebnisse. TGV nach Paris wird eines davon sein.