Unlängst traf die angeforderte Meliamint-Zahnpasta ein. Grausamkeiten immer an den Beginn: es ist nicht die Zahnpasta, auf die Zahnputzer gewartet hat. Aber der Reihe nach. Die Plastiktube macht zunächst einen ordentlichen, man kann sagen einen wertigen Eindruck. Dieser gerät beim Studium des Textes auf der Rückseite schnell ins Wanken. „Der beste Schutz gegen Plaques und Karies sind saubere Zähne und gesundes Zahnfleisch“, beginnt der im Verlauf etwas länglich geratene Text und läßt Wortklauberer erstmal stutzen. Sicherlich sind Plaques und Karies die Grundübel von geschwollenem Zahnfleisch und löchrigen Zähnen, keine Frage. Dagegen helfen aber weniger saubere Zähne oder gesundes Zahnfleisch, sondern vielmehr eine perfekte Zahn- und Mundhygiene. So ist das. Auf der Zahnbürste hinterläßt Meliamint zunächst einen etwas grauen Eindruck, der sich beim näherem Hinsehen als zartes Grün herausstellt. Bestimmt der „Meeresalgenauszug“. Also ab in die Speisekammer. Zähneputzen ist nach meiner Erfahrung kein sinnliches Erlebnis. Und das wird auch nicht besser wenn die Zahnpasta über einen mehligen, ja dumpfen Geschmack verfügt. „Der frische Pfefferminz-Geschmack verleiht einen angenehm kühlen Atem“ verspricht der Tubentext, was für Zahnpasta-Tester nicht nachvollziehbar ist. Dazu schäumt Meliamint praktisch nicht und scheint sich im Mund deshalb sofort in ihre Bestandteile aufzulösen. Das beobachtet Testputzer am deutlichsten bei der Anwendung der Sonic-Zahnbürste. In der „klassischen“ Bass-Technik tritt dieser Effekt nicht derart deutlich zu Tage. Nach dem Zähneputzen ist zwar nicht wie vor dem Zähneputzen, aber auch nicht viel mehr. Fazit: Kostbare Inhaltsstoffe machen die Meliamint zu einer hochwertigen Zahnpasta – in einer Studie der Uni Dresden konnte sie nachweislich entzündungshemmend abschließen. Ihre Anwendung ist aufgrund des bescheidenen Spaß-Faktors eher problematisch und daher mehr für hartgesotten-kontrollierte Zahnputzfanatiker geeignet.
