
Luftgesteuerte Einheiten gelten als wenig störungsanfällig und wartungsarm. Gerne verwechsle ich diesen Umstand mit wartungsfrei, was gelegentlich zu Nervosität und Blutdruck führt.
Der Start ins neue Jahr beginnt mit launischen Übertragungsinstrumenten in meinem ersten Behandlungszimmer. Auf dem Fußanlasser getreten jaulen die Instrumente los um direkt danach in ein gemütlicheres Tempo zu verfallen. Ich ignoriere den Umstand ausdauernd, bis plötzlich die Einheit verrückt zu spielen scheint in dem in den Köchern geparkte Motoren Wasser im Zimmer verteilen. Das ist ein alter Hut: Der Druckabfall setzt die Luftsteuerung der Sprays außer Kraft, so werden mit dem Fussanlasser plötzlich alle Sprays angesprochen und nicht nur das eine. Anruf im Depot gegen 10 vor 6 am Abend. Zunächst bin ich erleichtert überhaupt noch jemanden erwischt zu haben, als wir dann aber den Servicetermin vereinbaren wollen ist Schluß mit lustig. Herr M. hält einen länglichen Vortrag über Steuerluft, Treibluft, diverse Leitungen und Ventile, ich erwiedere daß ich den Techniker gerne über die Mittagspause im Laden hätte. Fehlanzeige, Herr M. bleibt standfest und betont, wie sehr die morgige Mittagspause doch bereits seit zwei Wochen vergeben sei. Zwischen Bodenkasten, Cart und Steuerblock vernehme ich Doppelpraxis, zwei Behandler und sie müssen verstehen …. Herr M. verhandelt hart aber fair, für mich bleibt nur der zweite Platz. Zähneknirschend stimme ich zu, dann eben morgen vormittag. Wann genau? Das sei noch nicht bekannt, der Techniker würde dann von unterwegs anrufen. Feierabend für heute, genug geärgert. Auf dem Nachhauseweg frage ich mich was mich am meisten nervt. Das der Techniker nun vormittags zwischen zwei Patienten die Einheit auf Vordermann bringen will oder den kürzeren gezogen zu haben bei der Terminvergabe? Hoffentlich hats der Techniker wenigstens drauf, der letzte mußte sich vor Ort ins Thema einarbeiten, es ergaben sich Längen.
Am nächsten Morgen. Wir rufen Viertel nach acht im Depot an. Der Techniker sei noch im Hause, zehn Uhr würds schon werden. Wir können bei beiden Patienten ein Spezialprogramm fahren bis dann tatsächlich Techniker B. auf der Matte steht, im Schlepptau einen Praktikanten mit einem riesigen Kreuz vor der Brust. B. ist von der ausgeschlafenen Sorte, läßt sich kein X für ein U vormachen und hat ratsfatz genau das Ventil zerlegt, in dem Granulat irgendwo aus der alten Luftleitung den Filter verstopft hat. Staubsauger bitte! Zehn Minuten später hat alles wieder seine Ordnung, die Turbine pfeift auf der gewohnten Frequenz und es beginnt die nächste wartungsarme Phase unserer Einheit …..