
20er Jahre Hawthorne, Illinois. Die Harvard Professoren Fritz Roethlisberger und William J. Dickson führen von 1924 bis 1932 eine Untersuchung im Auftrag der Western Electric Company durch, die Fragestellung lautet, wie sich die Arbeitsleistung der Mitarbeiter steigern lässt. Das Ergebnis ist verblüffend und geht als Hawthorne-Effekt in die Geschichte der Psychologie ein. Was war passiert? Trotz Verschlechterung der Bedingungen am Arbeitsplatz gelang es die Arbeitsergebnisse zu steigern. Und zwar durch Interviews, in denen die Arbeiterinnen persönliche Zuwendung erfuhren, Anteilnahme und Verständnis. Einer der Interviewer war Carl Rogers, kurz vor dem Abschluss seines Psychologie-Studiums und 25 Jahre jung. Die Ergebnisse von Roethlisberger und Dickson stellten die wirtschaftliche Betriebsführung in Frage und mündeten in dem als human-relations-Ansatz genannten sozioökonomischen Modell, wonach ein menschliches Betriebsklima als der Faktor für Produktivität und Arbeitsleistung gelten