Zurückhaltend tritt er auf, beinahe leise und vorsichtig. An manchen Stellen bestimmt, dann wieder spitzbübisch spottend oder nachdenklich Fehler einraümend. Und hat eigentlich keinen Grund zur Bescheidenheit: finden sich doch nur eine Handvoll Fachleute, die es in seiner Disziplin zu einer ähnlichen Vituosität gebracht haben. Prof. Berhard Klaiber, Uni Würzburg, Abt. für Zahnerhaltung dürfte einer der wenigen Uni-Professoren deutscher Provenienz sein, die über eine langen Zeitraum hin in der Fortbildungsszene aktiv und geschätzt sind. Das ist kein Wunder. Am gestrigen Abend im Gnathologischen Arbeitskreis zeigt er Fall über Fall seiner außergwöhnlichen Frontzahnrestaurationen mit Composite, einer schöner als der andere. Raffiniert, technisch brilliant. Kurzweilig handelt er das kleine Einmaleins der Ästhetik ab, nicht ohne den gebotenen Ernst und definitv nicht mit bedeutungsschwangerem Pathos oder der allzu verbreiteten Überhöhung des Selbst. In einem zweiten Teil demonstriert er die speziellen Kniffe seiner Matrizentechnik und seines Farbaufbaus, wieder mit ungezählten Beispielen und praktischen Hinweisen und nie ohne Spaß an der Sache. Nach der Pause noch mehr, teilweise ganz absonderliche Fälle, einiges zu bleaching, zu Positionsänderungen und anderen Herausforderungen der täglichen Arbeit. Ich trete einige Minuten früher den Heimweg an, überzeugt, einige überaus wertvolle Tipps für die Praxis in der Tasche zu haben.