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Zahnarzt Dr. Gerner

Zahnerhalt und Zahnersatz, mikroskopische Wurzelbehandlungen

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Disse

01.10.06 by Wolfgang Gerner

Vergangene Woche gab´s nach langer Zeit mal wieder einen Anruf wegen meiner „Disse“. „Disse“ ist das Kosewort für Disseration, vulgo Doktorarbeit. Während Schwager G. über „MRT gesteuerte vaskuläre Intervention: Echtzeitvisualisierung von Kathetern und Stents“ schrieb, absolut beeindruckend, der Mann ist eigentlich Physiker oder Freund D. über die „Wirkung von Glucoseoxidase- und Ferritin-gekoppelten anti-GD2-Antikörpern auf die neuroektodermale Zellinie SK-N-LO“, legte meiner einer einen ganz anderen Stoff vor: „Bernhard Christoph Faust. Eine Untersuchung zu seinem Leben und Werk unter besonderer Berücksichtigung seines Gesundheitskatechismus und seiner Dissertation über die Mißbildungen“. Ein medizinhistorisches Thema also. Bei oben angeführten Anrufer handelte es sich dann auch um einen Germanisten, der gerade über Volksaufklärung recherchiert und dabei über den guten Faust (Bild) stolpern mußte. Das hierbei auch mein Name fiel, ehrt mich.

Die „Disse“-Zeit war eine schöne Zeit. Ich hatte am Ende meines Studiums kaum irgend etwas anständiges in Sachen Faust zu Papier gebracht und mußte deshalb den Löwenteil der Arbeit während meiner Assistentenzeit erbringen. Das ganze zog sich dann auch ordentlich in die Länge, wobei hier meine Doktormutter ins Spiel kommt. Ihr habe ich wirklich viel zu verdanken. Mit einer Engelsgeduld korrigierte sie meine literarischen Unzulänglichkeiten aufs vortrefflichste, anstatt sie leichtfertig abzunicken – es sei ihr ausdrücklich verziehen, dass sie regelmäßig auf mein mangeldes Talent in Sachen Sprache hinwies. Ich trug´s mit Fassung, schließlich hatte Frau Prof. G. bereits zu Beginn der „Disse“ die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, sich selbst bedauert und …. weitergemacht. Übrigens sah Doktormutter der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth erstaunlich ähnlich. Meine damalige Freundin und heutige Frau beschloß zu dieser Zeit, sich für Ihre erste Anstellung Erfurt herauszusuchen („Erfurt? Wo ist bitte Erfurt? Im Osten? Ich fass es nicht…“). So ergab sich für die Freitage für gewöhnlich folgendes Bild: Bis 13 Uhr arbeiten, im Eiltempo zu Landesbibliothek und bestellte Bücher abholen, im Laufschritt zum ICE um dann, meistens im Vorraum neben der Türe, mit allergrößter Neugierde die Schätze zu sichten und genüßlich zu schmökern. Wie es eben ist, wenn man glaubt zur richtigen Zeit am richtigen Ort das genau richtige zu tun.

Kategorie: Vermischtes

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