
Letztendlich ist das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung die Ausheilung oder Vermeidung einer apikalen Parodontitis. Der Weg dorthin ist jedoch verschlungen. Zumindest wenn man die unterschiedlichen Ansichten betrachtet, die hierüber existieren. Prof. Gunnar Bergenholtz ist ein, wenn nicht der Vertreter der „skandinavischen Schule“ in der Endodontie. Sein Vortrag auf dem Quintessenz-Kongress am Samstag-Vormittag war wie es sich für einen Doyen dieses Faches gehört: kompetent, spannend und lehrreich. Sicherlich waren die Inhalte seines Vortrages jedem Teilnehmer im Gedächtnis, trotzdem erweist es sich als ein ungemein kurzweiliges Erlebnis diese genau von demjenigen präsentiert zu bekommen, der sie mitentwickelt hat. Ein Charismatiker wir Bergenholtz macht nicht den Fehler hinlänglich bekanntes in epischer Breite aufzuarbeiten. Stattdessen springt er von den Fragezeichen zu den Fragezeichen unseres Faches. Zeigt auf die Probleme und bietet Lösungen an. Ein Meister eben.
Für die Nicht-Endodontisten: Ein Unterschied zwischen der „skandinavischen“ und der „amerikanischen“ Schule ist die Präpartion des apikalen Drittels. Eigentlich kann man nicht glauben, wie 1-2 mm Zahnwurzel in einem Gelehrtenstreit münden können: Während die Skandinavier das „stay short“-Axiom präferieren, beharren va. Endodontisten amerikanischer Provenienz auf dem „patency-concept“. „Der Glaube ist des Menschen Himmelreich“ – In Studien konnte kein habhafter Unterschied zwischen den beiden Behandlungstechniken dargestellt werden.