
Fürs Wochenende ist Regen angesagt. Zumindest in der Wettervorhersage von Montag. Gegen Mitte der Woche wird das Wochenendwetter besser, v.a. am Sonntag. Und so kommts. Nach Sonnenaufgang hängen noch düstere Wolken am Himmel, ab 9 kommt die Sonne durch und schenkt dem Morgen intensives Licht von dramatischer Strenge.
Etappe 1. Los gehts am Kappelberg Richtung Kernenturm und durch die Weinberge nach Stetten. Waldwege und kleinere trails. Vorbei am Weingut Beurer hoch zur Y-Burg. Hier im Gewann Pulvermächer erntet Beurer seine hervorragenden Rieslinge, sie sind u.a. hier erhältlich. Über Lobenrot zum Skulpturenpfad am Strümfelbacher Naturfreundehaus. Hier schließt sich die zweite Etappe des Höhenwegs nach Schorndorf an. Wir biegen ab zum Königsstein und fahren über Aichelberg und das Jägerhaus nach Rotenberg zurück. Martin hat hier das Auto stehen, ich bin von Stuttgart aus nach hoch geradelt. Das macht insgesamt rund 800 HM bei einer Fahrzeit von 2,5 Stunden.
Remstal-Höhenweg II

Tag der deutschen Einheit mit strahlendem Sonnenschein und 23°. Direkt nochmals das bike rausgezogen und die Etappen 11 und 12 in der Reihenfolge 12 und 11 abgeradelt.
Etappe 12. Der Endpunkt des Höhenweges ist in Remseck – stadtauswärts dem Neckar entlang in einer knappen halben Stunde zu erreichen. Der Weg verläuft zunächst im Remstal, um dann abrupt nach Hohenacker abzuzweigen. Später gehts über die Felder nach Schwaikheim, nach der Überquerung der Bundesstraße bergauf Richtung Hanweiler Sattel und Korber Kopf zum Hörnleskopf, einer kleinen Aussichtsstelle über den Weinbergen mit einer gemütlichen Bank. Leider lümmelt hier bereits ein Wandersmann, deshalb gleich weiter am Waldrand entlang. So viel zum letztem Abschnitt des Höhenwegs, in dem vor allem die Wald- und Weinbergstücke gewinnen.
Etappe 11. Vom Hörnleskopf gehts zum Kleinheppacher Kopf, irgendwann schnalle ich, daß ich schon längers unter Esskastanien durchradle und halte an, um einige Maronen aufzusammeln. Im Zickzack runter nach Gundelsbach und wieder hoch nach Buoch. Knapp 300 Meter über dem Remstal gelegen, sagen sich in Buoch Fuchs und Has gut Nacht. Die Idylle pur. Kein Ton dringt ans Ohr, die Nase umweht von bester Luft. Jetzt einen Schmöker und ab auf die Bank… Bis die Sonne untergeht, mindestens. Stattdessen gehts weiter übers Feld Richtung Rohrbronn und weiter nach Schornbach, ich lass es am Waldrand vor dem Königstein gut sein und biege Richtung Remshalden ab.
Fazit. Wieder eine abwechslungsreiche Streckenführung vor allem in den Waldstücken, die kurzen Abstecher durch die Weinberge sind auch nicht zu verachten. In rund 3 stunden gefahren, 900 Höhenmeter dürftens gewesen sein.
Remstal-Höhenweg I
Der Remstaler Höhenweg wurde letzten Herbst eingerichtet. Der Beginn des Wanderwegs ist der Kappelberg bei Fellbach, von dort geht es über insgesamt 226 Kilometern in Feld, Wald und Wiesen zunächst über den Schurwald nach Osten bis an den Remsursprung, dort wechselt der Weg auf die Nordseite des Remstals, um über die Ausläufer des Schwäbischen Waldes und die Buocher Höhe seinen Endpunkt bei Remseck zu erreichen. Wo gewandert werden kann, dürfte es mitm MTB was gehen. Die besten Teilstücke in Kurzform.
Etappe 9. Ausgansgpunkt ist das Kloster Lorch. Es geht zunächst ein kurzes Stück bergauf, wenig später dann mit dem Rad unterm Arm die Treppe runter zur Schelmenklinge. Der weitere Wegverlauf ist weitgehend im Wald auf befestigen Wege, dazwischen kürzere schöne trails im Unterholz. Eine knappe Rast in Weitmars, danach gehts im Wald weiter nach Plüderhausen.
Etappe 10. In P. erstmal zum Bäcker um noch etwas Verpflegung zu organisieren. Die Bäckersfrau meints gut mit uns und so fallen die frisch belegten Laugenwecken recht ordentlich aus. Weiter zwischen den Streuobstwiesen Richtung Urbach. Irgendwann kann ich den Anblick der reifen Äpfel nicht mehr wiederstehen und fange an zu kosten. Die kleinen roten schmecken großartig, der dicke grüne ist zu sauer. Später ein kurzer Schwatz mit einem Gütlesbesitzer der Äpfel erntet, genauer gesagt rote Boskop. Ja es wird alles weniger, die Jungen wollen die Streuobstwiesen nicht mehr pflegen und die Alten …. Jedensfalls sind doch einige Freizeitlandwirte unterwegs um Äpfel aufzulesen. Und einige Wiesen sind tatsächlich nicht bewirtschaftet. Aber muss allles aussehen wie in den Vorgärten von Kirchgasse, Mörikestrasse und Amselweg? Weiter auf der Höhe bis zum Rand des Wieslauftales über Haubersbronn, von dort über Miedelsbach Richtung Buhlbronn. Aber irgendwann verlassen sie uns. Keine Schilder mehr, der Navieintrag bei Martin wenig hilfreich. Das ist vielleicht der einzige Punkt der gelegentlich wiederkehrt: die Beschilderung ist teilweise sehr fantasievoll angebracht und daher nicht auf den ersten Blick zu finden ….
Fazit. Beide Etappen zusammen rund 1100 Höhenmeter in 3:30 h. Bei Traumwetter. Abwechslung abseits Autoverkehr und pedalierender Pensionäre. Nochmal von vorne bitte!

Davos, die Zweite
Nach dem Radtraining über Christi Himmelfahrt nun ein kurzer Abstecher zum Wandern ins Engadin.
Freitag-abends in Davos angekommen, los gehts am Samstag-Morgen mit einer kurzen Bahnfahrt mit der Rhätischen nach Bergün. Von dort in ca. 2 Stunden über das Val Tours nach Chants. Der Schokokuchen der Wirtin vor Ort ist ein Traum. Von Chants in rund 2 Stunden auf die Kesch-Hütte. Dank des allerbesten Herbstwetters ist die Hütte so gut wie ausgebucht und der Herbergsvater, er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift Eisbär, in aufgeräumter Stimmung. Das Abendessen besteht aus eine undefinierbaren Gemüsesuppe, Salat und Reis mit undefinierbarer Soße nebst Fleisch. So eine Art Geschnetzteltes. Aber es schmeckt und Hüttenwirt verteilt aufmerksam Nachschlag. Die Schlafräume sind perfekt, es gibt klasse Bettzeug und keinen Grund zu frieren. Davos ist über den Scalettapass und Dürrboden in rund 4 Stunden zu erreichen, der Weg die längste Zeit sanft abfallend, bisweilen gut eingeschneit. Nachdem vergangenes Jahr mit drei Kollegen die niedrigste Teilnahmequote seit Bestehen des kollegialen Wanderwochenendes verzeichnet werden musste, waren heuer wieder vier Dentisten am Start. Wenn kommendes Jahr der Schwarzwald aufm Programm steht, wird sich der Trend hoffentlich fortsetzen.
Dankeschön
Unsere Saugmaschine hat sich verabschiedet, nach annähernd 25 Jahren zuverlässigen Dienstes an der Zahnmedizin. Und das kam so: Erster Tag nach den drei Wochen Betriebsferien. Die erste Patientin erscheint nicht was nicht weiter auffällt, es ist nach dem Urlaub immer genug zu tun, v.a. wenn Tanja den Laden alleine zu schmeisen hat. So verschiebt sich der Start auf 9 Uhr. Vorgesehen ist eine Wurzelbehandlung, nach einer kurzen Durchsicht soll abgesaugt werden. Doch statt des lauten Schlürfens ertönt … nichts. Ruhe. Das gabs noch nie. Runter in den Keller, andächtiger Blick aufs Gerät. Die Sicherung ist raus. Ist doch was. Sicherung rein und wieder ins Behandlungszimmer, Saugschlauch ziehen, nix. Auch die praktischen HInweise aus dem Depot helfen nicht weiter. Wir koordinieren die Termine neu, nachittags soll der Techniker kommen. Und er tut es. Herr B. hat die neue Maschine dabei, leider fehlen passende HT-Rohre. Wir probieren verschiedene Möglichkeiten aus, am Ende ist ein längerer Schlauch kürzer, der Abschnitt überbrückt die Strecke zwischen zwei HT-Rohren. Und unserer Kleinwarenladen um die Ecke hat zwei Schlauchschellen verkauft. Um 18 Uhr schlürft die Absaugung brav vor sich hin. Der Arbeitsbeginn am Freitag-früh verläuft problemlos;-))
Kopenhagen-Stockholm-Tallinn
Sommerurlaub im Norden.
Kopenhagen. Der erste Eindruck von Kopenhagen: Ist das nett hier! Entspannte Atmosphäre in der U-Bahn vom Flughafen in die Stadtmitte, auf der Straße viele Fahrräder und wenig Autos. Auf dem Fahrrad ist man auch gerne in Schick unterwegs, natürlich ohne Plastikmütze. Und wenn, dann das Ding ausm Skaterladen – und in jedem Fall in schwarz. Es läßt sich offensichtlich gut aushalten in Kopenhagen, nicht nur im Urlaub. Die Menschen machen einen zufriedenen, glücklichen Eindruck. Ob im hostel, in der Bar oder an der Kasse im Museum, überall liegt eine deftige Portion Leichtigkeit in der Luft, gute Laune und Herzlichkeit. Eine Perle ausserhalb Kopenhagens ist das Lousiana, eine Sammlung moderner Kunst untergebracht in mehreren Gebäuden mitten im Grünen. Die living-Ausstellung ist faszinierend, Fotografien und Graphiken , Modelle und Installationen sind zu einer Ausstellung verwoben, bei der wir gespannt durch die Räume gehen, tief bewegt von der künstlerischen Schaffenskraft, die in den Exponaten steckt.
Kopenhagen von oben? Our-saviors-church in Christianshavn verfügt über einen sensationellen Turm, der über einen wunderbaren Überblick über die Dächer von Kopenhagen bietet. Auf den 10 letzten Höhenmetern ist die Treppe auf der Aussenseite angelegt, damit steht der Aussicht nichts im Wege.
Stockholm. War Kopenhagen noch eher übersichtlich, ist Stockholm Grosstadt durch und durch. Kein Wunder, wohnen doch 10 Prozent der 9 Millionen Schweden in und um die Hauptstadt. Dazu Berge von Urlauber die vornehmlich eines im Sinn zu führen haben: Boot zu fahren in und um Stockholm. Uns gehts genauso und so stellen wir uns brav in eine der Schlangen, um an dem einen Tag raus in die Schären nach Vaxholm zu fahren und am anderen Tag den Mälarsee zu durchkreuzen. Wohnen am Wasser muss herrlich sein, leichter Neid auf die Hauptstädter macht sich breit, die angeblich mehrheitlich Boote besitzen und zumindest im Sommer jede freie Minute am Wasser verbringen. Gemahlin und Schuhe, ein ewiges Thema. Für den Schweden-Aufenthalt ist der Erwerb eines Paares eines schwedischen labels angekündigt. Katja zieht am Rechner im Hotel Adressen, am nächsten Morgen solls losgehen. Während die Gemahlin diverse Anschriften aus dem gesamten Stadtgebiet nebst google-maps-Plänen präsentiert, kümmere ich mich um Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs, denn ich fahre schon supergerne Bus und Bahn. Und das klappt in Stockholm ausgezeichnet, zwischen verschiedenen shops, Cafés, Mittagessen und Schläfchen im Park gondeln wir einmal quer durch die Stadt. Und für mich fällt natürlich auch was ab beim Shoppen, Gell. Am Abend ist leider noch kein Paar im Sack, es wird erst am nächsten Morgen gelingen. Und zwar in jenem Laden, der am Tag zuvor morgens noch geschlossen war ;-)))
Tallinn. „Are you sure?“ Meiner Frage entgegnet die freundliche Frau nur ein strahlendes Lächeln – das ich mich in Sachen Weg finden mal wieder richtig verhauen habe, mag ich so nicht akzeptieren. Den Weg zu erklären sei ihr doch zu umständlich, erklärt sie, da nimmt uns am besten ihrem Auto mit, das sozusagen neben ihr steht. So erreichen wir unser Zimmer in Tallinn, Estlands Hauptstadt und Wohnort rund der Hälfte aller estnischer Staatsbürger. Nach eine Runde durch die Altstadt Tallinns leichte Unverständnis ob des hyps um die Kulturhauptstadt 2011. Ein Knaller: das Kumu, Estlands Museum für moderne Kunst, ein Gebäude des finnischen Architekten Pekka Vapaavuori. Absolut sehenswert. Auf dem Heimweg leiere ich Katja noch eine Fahrt mit der Tramm aus dem Rücken. Grund ist die Optik, die sehr an Museumsbahnen erinnert. Und die Bahn hält was sie verspricht, auf dem Weg in den Vorort verführt die Bahn Sprünge wie ein junges Pferd …. Wir übernachten im Swissotel, untergebracht im höchsten Gebäude Tallinns. Vom 27. Stockwerk aus lässt sich die blaue Stunde auf die angenehmste Weise geniessen, drei Stockwerke darüber locken Restaurant und Bar „Horisont“ – zunächst auf jeden Fall – mit spektakulärer Aussicht. Wie sich später herausstellen wird, sind Essen und drinks der Lage angemessen und in jedem Fall empehlenswert. Im tasting menue wird zunächst eine cerviche von Jakobsmuschel und St. Pierre aufgetragen, gefolgt von Steinbutt mit Kartoffeln und einer Vanillesoße und als Hauptgang einem Hirschfilet. Noch etwas Käse mit Honig als Abschluss, dann das Desert in Form eines Schokoladentörtchen mit Tonkabohneneis und Passionsfrucht. So, und jetzt noch eine Menükarte für meine Kochbuchschublade. Oberkellner ist irritiert und reicht mir die Speisekarte. Während ich in meinem übersichtlichem Englisch-Wortschatz nach weiteren hilfreichen Vokabeln krame, verschwindet Oberkellner kurz mit der Speisekarte um mir einen Augenblick später dann die Seiten derselben zu überreichen, ohne den Einband eben. Der Mann weiss sich zu helfen.
Verschiedenes. Wir haben die Reise sehr genossen. In Kopenhagen hatten wir uns in ein hostel eingebucht, mit dem wir rundum zufrieden waren. Zwischen Kopenhagen und Stockholm liegen rund 5 angenehme Stunden Bahnfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug X2000. Tallinn ist gut per Fähre an Stockholm angebunden, unsere legte abends in Stockholm ab, um am nächsten Morgen Estland zu erreichen.